6 November 2010 - 20:30

Anwälte von 222 Zivilisten haben Klage gegen die britische Regierung erhoben. Sie werfen britischen Soldaten und Offizieren im Irak vor, ihre Mandanten systematisch misshandelt zu haben.

Irna berichtet unter Berufung auf die US-Tageszeitung ""Wall Street Journal": Die Zivilisten seien unter anderem gezwungen worden, sich zu entblößen und hätten mit Schlafentzug kämpfen müssen, sagte Phil Shiner von der Anwaltskanzlei Public Interest Lawyers am Freitag in London zu Journalisten. Die Kläger fordern eine weit reichende öffentliche und genaue Untersuchung, die zeigen soll, wie Gefängnisinsassen von den britischen Streitkräften im Irak behandelt wurden.Vor dem Obersten Gericht in der britischen Hauptstadt fragte Anwalt Michael Fordham die Richter, ob die gegen die Regierung erhobenen Vorwürfe, die er als ernst und glaubwürdig bezeichnete, «Großbritanniens Abu Ghraib» gleichkämen. Er berief sich auf den im Jahr 2004 aufgedeckten Folterskandal, bei dem amerikanische Soldaten im Irak die Insassen eines Gefängnisses schwer missbraucht hatten.Die britische Regierung habe bereits eine Untersuchung wegen des mutmaßlichen Missbrauchs von Häftlingen eingeleitet und eine zweite Untersuchung für kommendes Jahr anberaumt, sagte Shiner.